Es war im Sommer 1961. Beim Abendbrot berichtete die Tagesschau vom Treffen Chruschtschow-Kennedy in Wien, als mein Vater einen minutenlangen Wutanfall erlitt. Sein Zorn richtete sich ausschließlich gegen Kennedy (Chruschtschow war für ihn sowieso ein Verbrecher). Die Mauer ahnte er als solche wohl nicht. Aber er vermutete intuitiv: Die einigen sich auf unsere Kosten. Also eine Art Frontbegradigung – Kuba gegen West-Berlin. Meine Mutter, eine kluge, gebildete Frau sagte nur: Warum sollten die Amerikaner für uns einen Atomkrieg riskieren?

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Ein sentimentaler Zyniker hat mir mal erklärt, die Ehe sei der Sieg der Hoffnung über die Erfahrung. So ähnlich scheint es mit der sozialistischen Idee zu sein. Nachdem die kommunistischen Terrorregime im 20. Jahrhundert weltweit über 100 Millionen Tote zu verantworten haben, wirkt gegen alle Vernunft die Faszinationskraft der sozialistischen Idee fort. Ich erinnere mich deutlich an ein mehrstündiges Vier-Augen-Gespräch mit dem Oranienburger Pfarrer Scheidacker – ein hoch intelligenter, universell gebildeter und vor allem ehrlicher und mutiger Mann – mir intellektuell weit überlegen. Meine Fakten und Argumente akzeptierte er alle. Und trotzdem beschwor er fast verzweifelt immer wieder: Aber die Idee ist doch gut. Nein Herr Pfarrer, eine Idee, die solche Ergebnisse zeitigt, kann nicht gut sein.

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Die Vorwürfe des Forums gegen Rassismus, der Partei Die Linke und von anderer Seite gegen meinen Flyer, auf dem ich u.a. auch meinen Leserbrief vom 10.09.2011 zur Asylproblematik publiziert habe, werden an keiner Stelle inhaltlich belegt. Ich stehe selbstverständlich voll auf dem Boden des Grundgesetzes und befinde mich in voller Übereinstimmung mit der Programmatik meiner Partei CDU, der ich seit 23 Jahren angehöre. Mein Kronzeuge hierfür ist unser CDU-Kreisvorsitzender Frank Bommert, der in einem Zeitungsinterview in der Märkischen Allgemeine vom 20.10.2011 zu meinem Leserbrief Folgendes erklärte: Grundsätzlich teilen wir das!

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Kein Unglück ist zu groß – es wohnt ein Glück in seinem Schoß.

Lebensmotto meiner Großmutter

1. Wie ich ein Brandenburger wurde

Meine Mutter hat es mir einige Male belustigt erzählt, wie sie mit mir schwanger war und beabsichtigte in ihrer westfälischen Heimatstadt Detmold, im Haus meiner Großmutter, zu entbinden. Ich sollte ein Wessi werden.

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Der nachfolgende Beitrag ist zuvor erschienen in der Zeitschrift „der stacheldraht“, Ausgabe 3/2013.

Der Ende Juli 2011 neu gewählte Vorstand der AG Lager Sachsenhausen 1945-1950 e. V., unter seinem Vorsitzenden Joachim Krüger (MdA), versucht nicht, mit der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten vergangene Konflikte noch einmal auszutragen. Es wird von uns vielmehr ein Minimalkonsens in vier zentralen Fragen mit vernünftigen, für alle Seiten zumutbaren, künftig tragfähigen Lösungen angestrebt. Es sind wahrlich bescheidene Forderungen und Wünsche, die wir im Namen der überlebenden Häftlinge des sowjetischen Speziallagers Nr. 7/Nr. 1, aber vor allem auch im Andenken an die mindestens 12.000 Toten erheben.

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